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Basispreis, Nutzungsrechte, Pakete und Untergrenze: So baust du als Creator eine Rate Card, mit der du verhandlungssicher und ohne Geld zu verschenken bepreist.
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Rate-Card-Rechner
Ø für diese Größe: ~3.5 %
Markt-Richtwerte (DACH, Fashion) auf Follower- und Engagement-Basis — kein verbindliches Angebot. Reichweite, Nutzungsrechte und Exklusivität verschieben die Preise.
Die Frage „Was nehme ich für ein Reel?“ entscheidet als Creator mehr über dein Einkommen als deine Followerzahl. Wer keine Rate Card hat, antwortet auf jede Anfrage neu, rät, nennt aus dem Bauch heraus eine Zahl — und liegt fast immer zu niedrig. Eine Rate Card ist deine Preisliste: ein strukturiertes Dokument, das festhält, was deine Leistungen kosten, was inklusive ist und was extra. Sie macht dich verhandlungssicher, professionell und für Brands kalkulierbar. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du sie konkret aufbaust: mit echten Richtwerten, Formeln und den Bausteinen, die die meisten Creator vergessen — und die genau das Geld kosten.
Vorab eine Klarstellung: Es gibt keinen offiziellen Tarif für Creator-Content. Dein Preis ergibt sich aus Reichweite, Engagement, Aufwand und Verwendung — nicht aus einer Tabelle im Internet. Trotzdem brauchst du einen belastbaren Ausgangspunkt, sonst verhandelst du gegen dich selbst. Genau den liefert dieser Leitfaden. Was Brands tatsächlich budgetieren, beleuchtet aus Marktsicht der Beitrag Was kostet Influencer Marketing.
Eine Rate Card ist nicht der Preis, den du am Ende bekommst. Sie ist dein Startpunkt für jede Verhandlung. Brands und Agenturen erwarten heute, dass professionelle Creator auf eine Honoraranfrage mit einer strukturierten Übersicht antworten — nicht mit einer einzeiligen WhatsApp-Zahl. Eine saubere Rate Card erledigt drei Dinge gleichzeitig:
Wichtig: Eine Rate Card ist ein internes Verhandlungstool, kein öffentliches Preisschild. Du musst sie nicht ins Media Kit drucken oder auf deine Website stellen. Wie ein gutes Media Kit aufgebaut ist, in dem die Rate Card auf Anfrage mitgeschickt wird, zeigt der Beitrag Media Kit erstellen.
Der häufigste Startpunkt ist die Ein-Cent-pro-Follower-Faustregel: pro 1.000 Follower etwa 10 Euro pro Post. Bei 20.000 Followern wären das also rund 200 Euro für einen Feed-Post. Diese Formel ist ein grober Anker — nicht mehr. Sie ignoriert Engagement, Plattform und Aufwand und liegt für gut performende Micro-Creator regelmäßig zu niedrig. Nutze sie als Untergrenze, nicht als Zielpreis.
Als Orientierung für den deutschen Fashion-Markt — gerundete Spannen, kein Gesetz:
Reels und Videoformate liegen fast immer höher als statische Posts, weil sie mehr Produktionsaufwand bedeuten und besser performen. Engagement schlägt Reichweite: Ein Micro-Creator mit 5 Prozent Engagement darf mehr verlangen als ein größerer mit 1 Prozent. Wie du diese Zahl sauber ermittelst, steht im Beitrag Engagement-Rate berechnen.
Dein Preis misst nicht, wie viele dir folgen — er misst, wie viel Wirkung du für eine Marke erzeugst. Reichweite ohne Vertrauen ist billig. Vertrauen mit Reichweite ist teuer.
Hier verschenken Creator das meiste Geld: Sie nennen einen Postpreis und packen alles andere gratis obendrauf. Jede dieser Leistungen ist ein eigener Posten auf deiner Rate Card — und gehört berechnet:
Faustregel: Der reine organische Post ist die günstigste Leistung, die du anbietest. Alles, was darüber hinaus Wert für die Brand schafft — Reichweite über deinen Kanal hinaus, dauerhafte Verwendung, Verzicht auf andere Aufträge — verteuert den Deal. Diese Posten gehören sauber in den Vertrag, nicht in eine mündliche Absprache; mehr dazu im Beitrag Influencer-Vertrag verstehen.
Brands buchen selten einen einzelnen Post. Sie wollen eine kleine Kampagne — und sie kaufen lieber Pakete als eine Liste von Einzelposten. Pakete erhöhen deinen durchschnittlichen Auftragswert und wirken professioneller. Drei bewährte Bündel:
Ein Mengenrabatt von 10 bis 20 Prozent auf größere Pakete ist üblich und richtig: Du sicherst dir planbares Einkommen und sparst Akquise-Aufwand. Wichtig ist nur, dass der Rabatt vom Listenpreis ausgeht — nie von einer ohnehin schon zu niedrigen Zahl.
Deine Rate Card ist der Anker, nicht das letzte Wort. Eine gute Verhandlung dreht sich selten nur um den Preis — sondern um Leistung gegen Gegenleistung. Halte dich an wenige Prinzipien:
Eine letzte Regel, die viel Geld rettet: Schick die Rate Card nie ungefragt mit der ersten Antwort. Frag zuerst nach dem Briefing — Plattform, Anzahl der Assets, Nutzungsrechte, Zeitraum. Erst wenn du den Umfang kennst, kannst du sinnvoll bepreisen. Wer zu früh eine Zahl nennt, deckelt sich oft selbst.
Eine Rate Card ist kein Dokument für die Ewigkeit. Sie wächst mit dir. Überprüfe deine Preise in diesen Momenten:
Plane Preiserhöhungen bewusst ein. Viele Creator bleiben aus Angst jahrelang beim selben Honorar und lassen so vierstellige Beträge liegen. Eine Erhöhung um 20 bis 30 Prozent nach einem starken halben Jahr ist kein Risiko, sondern normale Geschäftsentwicklung.
Nein. Preise hängen vom konkreten Umfang ab — Plattform, Nutzungsrechte, Exklusivität. Eine öffentliche Zahl deckelt dich nach oben und lädt zum Feilschen ein. Schick die Rate Card auf Anfrage, nachdem du das Briefing kennst.
Für etablierte Creator gilt: Produkte sind kein Honorar. Ein reiner Produktdeal kann sich am ganz frühen Anfang als Portfolio-Aufbau lohnen, aber er ist die Ausnahme. Sobald du echte Reichweite lieferst, gehört Geld dazu. Wie du Reichweite überhaupt zu Einkommen machst, zeigt der Beitrag Instagram und TikTok monetarisieren.
Führe pro Plattform eine eigene Spalte. TikTok-Reichweite, Instagram-Engagement und YouTube-Watchtime sind nicht vergleichbar und werden getrennt bepreist. Crossposting ist immer ein eigener Posten, nie inklusive.
Nein — eine gute Agentur verhandelt für dich oft höhere Honorare, weil sie Marktwerte kennt und mehrere Deals bündelt. Dein Wert steigt, nicht deine Abhängigkeit. Genau das nimmt dir den unangenehmen Teil der Preisverhandlung ab.
Eine Rate Card ist der Punkt, an dem aus einem Hobby ein Geschäft wird. Sobald du Basispreis, Zusatzleistungen, Pakete und eine klare Untergrenze sauber dokumentiert hast, verhandelst du nicht mehr aus dem Bauch, sondern aus einer Position. Du verschenkst keine Nutzungsrechte mehr, sagst zu Dumpingangeboten ruhig Nein und erhöhst deine Preise mit jedem Erfolg. Genau so wird aus sporadischen Brand-Deals ein verlässliches Creator-Einkommen — und genau dabei helfen wir dir, deinen Marktwert zu kennen und durchzusetzen.
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