Für Creator
Die 7 Pflichtbausteine eines Media Kits, welche Zahlen Brands wirklich sehen wollen und wie du Richtwerte transparent angibst.
Ein gutes Media Kit ist die Visitenkarte, die für dich verhandelt, während du schläfst. Es beantwortet die Fragen, die jede Brand stellt — wer bist du, wen erreichst du, was hast du schon geliefert — bevor sie überhaupt gestellt werden. Und trotzdem scheitern die meisten Creator-Media-Kits an denselben Punkten: zu viele Buzzwords, zu wenig harte Zahlen, ein Design, das mehr verbirgt als zeigt. Dieser Beitrag zeigt dir Schritt für Schritt, wie du ein Media Kit erstellen kannst, das Brands ernst nehmen — mit den sieben Pflichtbausteinen, den Kennzahlen, auf die Kooperationspartner wirklich schauen, und einer ehrlichen Einordnung, wann ein Agentur-Profil die ganze Arbeit überflüssig macht.
Vorab ein Hinweis, der dir viel Frust spart: Ein Media Kit ist kein Lebenslauf und keine Imagebroschüre. Es ist ein Verkaufsdokument mit einem einzigen Ziel — der Brand die Entscheidung leicht zu machen, dich zu buchen. Alles, was dieses Ziel nicht unterstützt, fliegt raus. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, lies parallel unseren Beitrag dazu, wie du Schritt für Schritt zum Creator wirst — das Media Kit kommt erst, wenn die Basis steht.
Ein Media Kit hilft dir in genau den Momenten, in denen eine Brand dich noch nicht kennt. Es ersetzt das lange Hin und Her aus E-Mails, in denen du Screenshots deiner Insights zusammensuchst, und es positioniert dich auf Augenhöhe mit professionellen Partnern. Konkret ist es stark für:
Wofür ein Media Kit dagegen nicht gut ist: Es ist kein Ersatz für eine echte Beziehung, keine Garantie für eine Buchung und schon gar kein Ort für Schönrechnerei. Ein Kit voller geschönter Zahlen fällt spätestens beim ersten Reporting auf — und dann ist die Brand für immer weg. Sieh es als ehrliche Momentaufnahme, nicht als Hochglanz-Fassade.
Egal wie du dein Kit gestaltest — diese sieben Bausteine gehören hinein. Fehlt einer, hat die Brand sofort eine Rückfrage, und jede Rückfrage kostet dich Tempo und Verhandlungsmacht.
Zwei, drei Sätze: Wer bist du, in welcher Nische bist du zuhause, und was macht deinen Content besonders? Keine Floskeln wie „leidenschaftliche Content-Creatorin“, sondern konkrete Verortung — etwa „nachhaltige Slow-Fashion-Looks für Frauen zwischen 25 und 34, mit Fokus auf Capsule-Wardrobe und faire Marken“. Brands suchen Passung, nicht Superlative.
Follower-Zahlen pro Kanal, sauber getrennt nach Instagram, TikTok, YouTube und Co. Wichtig: keine Summen-Tricks. „250.000 Reichweite gesamt“ ist ein Warnsignal — Brands wollen die Zahlen je Plattform, weil sich Formate und Preise daran orientieren.
Alter, Geschlecht, Top-Länder und Top-Städte deiner Community. Für den DACH-Markt ist der Anteil deutschsprachiger Follower oft wichtiger als die absolute Gesamtzahl — dazu unten mehr. Diese Daten ziehst du direkt aus den Plattform-Insights.
Die wichtigste Qualitäts-Kennzahl. Gib sie ehrlich an und erkläre kurz, wie du sie berechnest — denn es gibt mehrere Methoden. Wenn du unsicher bist, was als gut gilt und wie du sauber rechnest, hilft dir unser Beitrag zum Berechnen der Engagement-Rate weiter.
Zwei bis vier vergangene Kooperationen mit Brand-Name (sofern erlaubt), Format und — wenn möglich — einem messbaren Ergebnis: erreichte Views, Saves, Klicks oder ein konkretes Feedback der Marke. Ein einziger gut belegter Case schlägt zehn Logos ohne Kontext.
Was bietest du an — Reel, Story-Set, UGC-Paket, Whitelisting — und in welchem Preis-Korridor bewegst du dich? Du musst keine festen Listenpreise nennen, aber ein transparenter Richtwert verhindert Anfragen mit unrealistischem Budget und spart beiden Seiten Zeit.
E-Mail, ein klarer Handle und idealerweise ein Satz dazu, wie eine Zusammenarbeit startet. Klingt banal — wird aber ständig vergessen. Mach es der Brand so einfach wie möglich, dich zu erreichen.
Follower sind die unwichtigste Zahl im ganzen Kit — und trotzdem die, auf die Einsteiger am meisten Wert legen. Erfahrene Brands und Agenturen schauen auf andere Signale, weil sie wissen, dass Reichweite ohne Substanz nichts verkauft:
Genau dieser Punkt — Qualität der Audience schlägt Größe — ist auch der Grund, warum kleine Creator immer öfter den Zuschlag bekommen. Wenn du verstehen willst, warum, lies unseren Vergleich von Micro- und Macro-Influencern. Zeig diese Zahlen mit einem aktuellen Insights-Screenshot, nicht nur als Behauptung — das schafft sofort Glaubwürdigkeit.
Ein Media Kit verkauft nicht deine Follower-Zahl. Es verkauft den Beweis, dass deine Community zuhört, mitmacht und kauft.
Viele Creator trauen sich nicht, Preise ins Media Kit zu schreiben — aus Angst, sich zu verkaufen oder Anfragen zu verschrecken. Das Gegenteil ist der Fall: Transparente Richtwerte filtern unpassende Anfragen heraus und verankern deinen Wert, bevor die Brand selbst eine Hausnummer nennt. Drei Wege, das sauber zu lösen:
Wenn du noch keine Vorstellung hast, wo dein Tier preislich liegt, orientiere dich an den Marktrichtwerten in unserem Beitrag Was kostet Influencer Marketing. Das sind Orientierungswerte für den deutschen Markt, keine festen Tarife — dein konkreter Preis hängt an Profil, Format und Nutzungsrechten.
Das beste Format für ein Media Kit ist nach wie vor ein PDF — es sieht auf jedem Gerät gleich aus, lässt sich per E-Mail verschicken und wirkt professioneller als ein Link auf eine selbstgebaute Seite. Halte dich an ein paar einfache Regeln:
Tools wie Canva reichen für ein starkes Kit völlig aus — Design ist hier kein Selbstzweck, sondern soll die Zahlen tragen. Wichtiger als jeder Effekt ist, dass die Brand in unter einer Minute versteht, wen sie vor sich hat.
Ein Media Kit mit Zahlen vom letzten Quartal wirkt schlimmer als gar keins, weil es signalisiert, dass du nicht auf dem Laufenden bist. Setze dir einen festen Rhythmus:
Halte eine Master-Datei vor, aus der du in Minuten eine aktualisierte Version exportierst. Wer sein Kit nur einmal im Jahr anfasst, verschickt zwangsläufig veraltete Zahlen — und verliert Glaubwürdigkeit genau dort, wo sie am meisten zählt.
Die meisten schwachen Media Kits scheitern nicht am Design, sondern an vermeidbaren inhaltlichen Fehlern:
Der teuerste Fehler ist und bleibt die Schönrechnerei. Brands arbeiten zunehmend mit Verifizierungs-Tools und prüfen Audience-Qualität, bevor sie buchen. Ehrliche Zahlen mit einer klaren Story schlagen aufgeblasene Zahlen ohne Substanz — jedes Mal.
Hier kommt die unbequeme Wahrheit: Ein selbst gepflegtes PDF ist nie ganz aktuell, nie ganz objektiv und nie so überzeugend wie ein Profil, das eine Agentur mit echten, verifizierten Daten für dich pflegt. Genau das übernimmt eine Creator-Agentur — und nimmt dir damit den größten Teil der Akquise-Arbeit ab.
Bei Gross Management bekommst du als Creator ein gepflegtes Talent-Profil, das Brands direkt einsehen — mit aktuellen Kennzahlen, Richtwerten und deinen besten Cases. Du musst kein eigenes Media Kit mehr verschicken, weil die Anfragen über uns laufen und wir die Konditionen verhandeln. Was eine professionelle Vertretung sonst noch bringt, liest du im Beitrag Agentur oder selbst machen.
Das heißt nicht, dass dein eigenes Kit überflüssig wird — für direkte Kontakte und schnelle Anfragen bleibt es nützlich. Aber die mühsame, ständig veraltende Pflege übernimmt im Idealfall jemand, der täglich mit Brands spricht. Bewirb dich bei Gross Management und lass uns dein Profil aufbauen, statt allein gegen das nächste PDF-Update anzukämpfen.
Ja — gerade als Micro- oder Nano-Creator. Es zeigt, dass du professionell arbeitest, und gleicht fehlende Reichweite durch eine klare Positionierung und gute Engagement-Werte aus. Eine starke, ehrliche Seite reicht für den Anfang völlig.
Mindestens Reichweite je Plattform, Engagement-Rate, die wichtigsten Audience-Daten (Alter, Geschlecht, Top-Länder) und für den DACH-Markt den Anteil deutschsprachiger Follower. Ergänze nach Möglichkeit Saves, Shares und durchschnittliche Story-Views — das sind die Signale, auf die Fashion-Brands wirklich achten.
Richtwerte ja, feste Listenpreise nicht zwingend. Ein Korridor wie „Reel: ab 600 €“ verankert deinen Wert und filtert Anfragen mit zu kleinem Budget, ohne dich für jede Verhandlung festzulegen.
Kennzahlen monatlich, Cases nach jeder größeren Kampagne, Audience-Daten quartalsweise. Ein veraltetes Kit wirkt unprofessioneller als gar keins — halte deshalb eine Master-Datei bereit, aus der du schnell eine frische Version ziehst.
Ein Media Kit zu erstellen ist kein Hexenwerk — es ist Disziplin: ehrliche Zahlen, eine klare Nische, belegte Cases und ein Design, das deine Bildsprache trägt. Wenn du diese Arbeit nicht allein stemmen willst und stattdessen ein gepflegtes Profil möchtest, das Brands direkt überzeugt, dann bewirb dich bei Gross Management. Wir bauen dein Talent-Profil auf, bringen die passenden Brands zu dir und verhandeln die Konditionen — damit du dich auf das konzentrieren kannst, was du am besten kannst: Content.
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